Arbeiten in Australien
In Australien wirst du sehr schnell merken wie teuer das Leben eigentlich ist. Natürlich lebst du als Backpacker einen sehr einfachen Lebensstil, schläfst in den günstigsten Hostels, schränkst dich auch beim Lebensmittelkauf stark ein, damit du dir deine Reise finanzieren kannst.
Das Reisen ist zu europäischen Verhältnissen zwar preisgünstiger, jedoch summiert sich alles. Es gibt einfach so viel zu sehen in diesem Land, dass du dir, wenn du ein Working-Holiday-Visum besitzt, gut ein bisschen was dazu verdienen kannst. Auch ist das Arbeiten in Australien eine tolle Erfahrung, die du dir nicht entgehen lassen solltest.
Doch manchmal ist es gar nicht so einfach Arbeit zu finden. Im Folgenden gebe ich dir ein paar Tipps welche Jobs für Backpacker perfekt geeignet sind, wie du dich bewerben kannst und was du bei der Zahlungsmethode beachten solltest.
Aupair Australien
Meist sind Aupairstellen nur über einen längeren Zeitraum von mindestens 3 Monaten zu vergeben, manchmal jedoch suchen Familien auch eine kleine Hilfe für die Schulferien ihrer Kinder. So hast du eventuell das Glück über die Weihnachtsferien einen Aupair Job zu ergattern und ein echt australisches Weihnachten mitzuerleben.
Beachte Aushänge in Supermärkten, informier dich im Internet oder hänge doch selbst ein paar Zettel an Schulen oder Kindergärten auf.
Du lebst dann meist gratis bei deiner australischen Gastfamilie, die auch für deine Verpflegung aufkommt. Zusätzlich erhältst du wöchentlich ein kleines Taschengeld von etwa 200 Dollar.
Online Texten
Wenn du schnell interessante Artikel zu verschiedenen Themen schreiben kannst und deinen Laptop dabei hast, lohnt sich ein Texter Job.
Promotion
Mein Tipp: Halte dich von Promotionjobs lieber fern. Beispiel: Du wirst auf der Straße angesprochen, ob du nicht einen Job benötigst. Du wirst eingearbeitet. Deine Aufgabe ist es den Menschen auf der Straße ein Abo zu verkaufen, wobei sie jeden Monat einen gewissen Betrag für arme Kinder überall auf der Welt spenden sollen. Der Nachteil: Du wirst oft nur pro erworbene Unterschrift oder pro verkauften Vertrag bezahlt. Du kannst natürlich Glück haben und das große Geld machen, aber du kannst auch Pech haben und tagelang umsonst arbeiten. Und mal ehrlich. Wenn dein Geschäftspartner, der dich geworben hat, wirklich so viel verdient, wie er dir immer erzählt, warum steht er dann immer noch auf der Straße und quatscht Leute an?
Fruitpicking (Obsternte) – Der Klassiker unter den Backpackerjobs
Dieser Job ist körperlich sehr anstrengend! Du arbeitest den ganzen Tag in der prallen Sonne und führst eine stupide Tätigkeit aus. Pflückst du beispielsweise Tomaten, musst du den ganzen Tag gebückt in den Sträuchern zupfen. Bist du für die Bananenernte zuständig, trägst du die schwere Bananenstauden (meistens nur ein Job für Jungen). Fruitpicking ist keines Falls eine angenehme Arbeit, aber doch ein typischer Job für den Backpacker. Du lebst meist in einem so genannten Working-Hostel mit deinen Arbeitskollegen zusammen, ihr fahrt gemeinsam zur Farm und quält euch auch gemeinsam. Du schließt Freundschaften und geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid.
Wie komme ich an einen Fruitpicking Job?
- Es gibt so genannte Working-Hostels, die mit einigen Farmen zusammenarbeiten. Im Idealfall wirst du sofort vermittelt und kannst direkt anfangen zu arbeiten. Wenn jedoch gerade Hauptsaison ist, wirst du leider oft erst auf eine Warteliste gesetzt und musst warten bis ein Job für dich frei wird. Das kann ein paar Wochen dauern, was natürlich ärgerlich für dich als Backpacker ist, da man als Reisender wenig Zeit und Lust zum Warten hat und zudem die Working-Hostels meist teurer sind als normale Unterkünfte.
- Du kannst bei dem „National Harvest Information Service“ anrufen, wo du dich nach freien Farmjobs erkundigen kannst.
Hier wirst du gefragt, ob du alleine reist oder mit Freunden, ob du ein eigenes Auto hast und wo du dich gerade befindest. Dann überprüfen sie, ob sie ein passendes Jobangebot in deiner Nähe für dich haben und geben dir eine Telefonnummer von einer Farm oder einem Working-Hostel, bei denen du dich anschließend melden kannst.National Harvest Information Service: 1800062332Bezahlung:Bei der Bezahlung solltest du darauf achten, dass du stündlich bezahlst wirst und nicht „per bucket“ (pro Eimer). Oft ist es so, dass zum Beispiel der Lohn für einen Eimer gesammelter Erdbeeren sehr niedrig ist und du am Tag auch noch andere Arbeiten auf der Farm erledigen musst und nicht ausschließlich mit dem Sammeln beschäftigt bist und somit quasi umsonst arbeitest. Oft musst du auch die Kosten für den Transport von deinem Hostel zur Farm selbst tragen. Stundenlohn ist also auf jeden Fall gerechter für dich!
Fruitpacking (Ernteverpacken)
Neben dem Fruitpicking gibt es auch das „Packing“. Die Vermittlung eines „Packing-“ Jobs erfolgt genau wie beim Früchtesammeln durch ein Working-Hostel oder Die Nationale Ernte Service Nummer. Das Packen ist zwar ein sehr unabwechslungsreicher Job und kann auf Dauer sehr langweilig werden, dafür ist er körperlich gesehen jedoch kaum anstrengend. Du stehst oder sitzt beispielsweise an einem Fließband und sortierst die Früchte aus, die man nicht verkaufen kann oder du verpackst sie. Eine sehr einfache, aber langweilige Arbeit.
Planting (Pflanzen)
Auch hierbei handelt es sich um einen Job auf einer Farm, der genauso vermittelt wird, wie die beiden zuvor genannten. Deine Aufgabe ist es neue Pflanzen in die Felder zu setzen oder aber alte Pflanzen aus dem Boden zu entfernen und den Boden für eine neue Ernte vorzubereiten. Ein sehr kraftraubender Job!
Fabrikarbeit
Besonders in großen Städten gibt es viele Fabriken, die fast ausschließlich Backpacker einstellen. Es handelt sich hierbei zwar wieder um sehr stupide Arbeiten, aber Geld verdienen kann man dabei gut. In Sydney gibt es beispielsweise die Möglichkeit in einer DVD- oder Seifenfabrik zu jobben. Besonders zur Vorweihnachtszeit sollte es leicht sein, einen Fabrikjob zu erhalten.
Kellnern
Wenn du in einem Restaurant kellnern möchtest, wo du auch Alkohol ausschenken musst, dann brauchst du oft ein gewisses Zertifikat, das RSA (Responsible Service of Alcohol). Das ist schnell zu bekommen, du musst nur einen kurzen Lehrgang absolvieren, jedoch kostet es ca. 75 Dollar. Der Nachteil: Das Zertifikat gilt nur in dem Staat, wo du es bekommen hast. Reist du weiter in einen anderen Staat, musst du es wiederholen und auch erneut die 75 Dollar bezahlen.
Travel agencies (Reisebüros)
Es gibt in Australien sehr viele Reisebüros, die nur auf Backpacker spezialisiert sind. Einige Beispiele: Peter Pans, World & Travel, Travel Bugs, etc. Hier kannst du einfach in einer Filiale nachfragen, ob sie gerade jemanden brauchen, der für sie arbeitet. Du solltest für diesen Job schon sicher Englisch sprechen und selbstbewusst sein, da du auf die Leute zugehen musst. Deine Aufgaben bestehen darin auf der Straße andere Backpacker anzulocken in eure Filiale zu kommen oder aber du gibst Informationen über eure Reisenagebote, etc. Bezahlt wirst du hier meist mit Reisegutscheinen, die du als Backpacker genauso gut wie bares Geld gebrauchen kannst.
Nützliches zur Jobsuche:
Beachte Aushänge in Hostels und an öffentlichen Plätzen. Einige Hostels besitzen auch so genannte „Job desks“, wo du dich über Jobangebote informieren kannst. Bei einer erfolgreichen Vermittlung wird hier meist ein kleiner Beitrag fällig, den du aber mit einem neuen Job gut verschmerzen kannst.
Lauf mit deinem Lebenslauf durch die Straßen und frage in Cafes, Bars, Restaurants, Geschäften, etc. nach, ob du dich bewerben kannst.
Bei jedem Job solltest du darauf achten, dass du alle nötigen Informationen deiner Arbeitgeber notierst, die du später für deine Steuererklärung benötigst, damit du all das, was von deinem Lohn als „tax“ (Steuern) abgezogen wurde, später wiederbekommst. Frag einfach deinen Arbeitgeber, ob er dir alles Notwendige aufschreiben kann.
Viel Erfolg bei der Jobsuche!
Katharina Minkow

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